Das Problem:
Bei Verwendung von Trockenobjektiven stärkster Vergrößerung (40x/0,65 ∞/0,17 und 63x/0,95 ∞/0,17) sind die Bilder kontrastarm.
Das sollten Sie wissen:
Das Deckglas ist für Objektive mit einer Apertur größer 0,40 in die optische Korrektion einbezogen, also unerlässlicher Bestandteil des abbildenden Systems. Dabei ist vorausgesetzt, dass seine Dicke 0,17 mm beträgt. Bei Abweichungen von der effektiven Deckglasdicke muss mit Kontrastminderung gerechnet werden. Je höher die Objektivapertur von Trockensystemen ist, desto kleiner werden die zulässigen Abweichungen. Die Schicht des Einbettungsmittels unbekannter Dicke erhöht die effektive Deckglasdicke, sie wirkt Deckglasdicken verlängernd. Das benutzte Deckglas muss entsprechend dünner als 0,17 mm sein. Das Optimum für Paraffin-Dünnschnitte liegt bei einer Dicke von 0,155 mm. Derartige Maßangaben sind für die Praxis jedoch kaum nachvollziehbar, weil die Deckglasdicke beim Präparieren nicht messbar ist.
Immersionsobjektive sind auch bei höheren numerischen Aperturen wenig empfindlich gegen Abweichungen von der normalen Deckglasdicke !
Unsere Empfehlung:
Bei hohen Ansprüchen an die Bildgüte kann der Bildkontrast nur verbessert werden, indem ausgemessene Deckgläser der Dicken 0,17mm verwendet werden. Fragen Sie bei Ihrem Händler für technisches Glas nach, ob solche Qualitäten angeboten werden.
Bitte beachten:
Bei einem Trockensystem mit der Apertur 0,9 wirkt sich bereits eine Dickenabweichung von 10 µm (0,01 mm) störend auf die Bildgüte aus! Objektive mit höherer Apertur, größer 0,9, besitzen einen Korrektionsring, um optimale Bildgüte auch bei abweichender Deckglasdicke zu ermöglichen. Die Skale der Korrektionsfassung ist mit den Zahlen 12 … 20 versehen, die der Deckglasdicke in hundertstel Millimeter entsprechen. Nun kommt es nur noch auf die richtige Bedienung an.
So stellen Sie den Korrektionsring richtig ein:
Achten Sie auf eine saubere Frontlinse des Objektives! Verstellen Sie den Korrektionsring schrittweise. In jeder Stellung sollten Sie mehrmals mit dem Feintrieb in beide Richtungen durchfokussieren und dabei ein feines, etwas dunkleres Objektdetail beobachten. Ist die Unschärfe in einer Richtung mit einem auffälligen Kontrastverlust verbunden, muss der Ring verstellt werden,bis sich die Unschärfe beim Durchfokussieren in beiden Richtungen gleichmäßig ändert. Sie haben die richtige Deckglasdicke dann eingestellt, wenn die Objekteinzelheit im maximal möglichen Kontrast erscheint.